Essgold

PERFEKTION AUF ALLEN EBENEN


Bericht: Sascha Perrone  |  Fotos: Sascha Perrone
- 11.10.2016 -


SP




Nach einer wahnsinnig spannenden Woche in unserer schönen Stadt, mit vielen neuen, kulinarischen Eindrücken, beschloss ich, die Woche mit einer kleinen Reise ins Düsseldorfer Umland ausklingen zu lassen. Ziel dafür war ein weiteres Restaurant, welches ich schon lange auf meiner "Must-Eat-Liste" stehen habe: Das Essgold.

Das Restaurant liegt inmitten des historischen Kern des kleinen Dörfchen Homberg in Ratingen. Ein wenig erinnert es mich hier an meinen Düsseldorfer Heimatstadtteil Gerresheim, denn nicht nur, dass es hier ähnlich beschaulich ist und die Türmchen einer romanische Basilika aus dem 12. Jahrhundert in den Himmel ragen, auch ein Düsseldorfer Künstler mit Namen Bert Gerresheim ist verantwortlich für einige Skulpturen die hier zu finden sind.

Inmitten dieser Idylle, umgeben von Fachwerkhäusern die teilweise aus dem 16. Jahrhundert stammen, eröffnete Kai Meckenstock im September 2011, nach Stationen wie dem ehemaligen Monkey's in Düsseldorfer und einem Gastspiel in Spanien, sein "Essgold".

Beim Betreten des Restaurant fühle ich mich auf Anhieb wohl. Dem Gastgeber ist hier eine wirklich perfekte Mischung aus historischem Fachwerk und Moderne gelungen, die zum Wohlfühlen und Verweilen einlädt - was ich ab jetzt auch tue.


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Ich bin der erste Gast an diesem Spätnachmittag und werde vom Chef persönlich in Empfang genommen und an einem geschmackvoll gedeckten Tisch platziert. Mein Blick fällt gleich auf eine erhobene "Sitznische", an deren Wand in großen, geschwungenen Lettern der Restaurantname prangert - sehr schön!



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Das Essgold beschreibt sich selbst mit dem Slogan "Perfektion auf allen Ebenen", was mutig und zunächst ein wenig großmäulig klingt, bei einem Blick in die Speisekarte aber durchaus glaubhaft rüberkommt. Die Küche ist geprägt von südländischer Küche mit regionalen aber auch asiatischen Einflüssen und man merkt gleich, das viel Wert auf Qualität und Saisonalität gelegt wird. Zur Auswahl stehen je fünf Vor- und Hauptspeisen sowie vier Desserts und wirklich alles was ich lese macht Appetit und lässt meine Vorfreude, aber auch meiner Erwartung steigen. So stehen bei den Vorspeisen z.B. ein Thunfisch Tataki, gratinierter Ziegenkäse oder ein confierter Schweinebauch zur Auswahl. Bei den Hauptspeisen locken Rib Eye vom Kalb, ein pikantes Rindercurry oder ein kross gebratener Zander. Für den süßen Abschluss kämen ein Parfait, ein Topfenmousse oder ein geeister Kaiserschmarrn in Frage bzw. für diejenigen die nicht auf Süß stehen, auch eine Käseauswahl.

Anschließend fällt mein Blick noch auf und in eine Bistrokarte, die unter dem Slogan "léger, unkompliziert, locker" noch einige "einfache" Klassiker wie Düsseldorfer "Flöns", Flammkuchen oder auch Pastagerichte bereit hält.

Bei solch einem ansprechenden Angebot fällt die Wahl wirklich schwer, deshalb halte ich es auch im Essgold so, wie ich es am liebsten mache und überlasse es dem Chef, was er auf den Teller bringt. Einzige Vorgabe: Es sollen bitte vier Gänge sein. Mit dieser Vorgehensweise bin ich bisher fast immer sehr gut gefahren und so steigt die Spannung während man auf die einzelnen Gänge wartet.

Los geht es mit dem ersten Gang:

Thunfisch Tataki an Krustentierpüree
mit Salat von Wakamealgen und Fenchelschaum


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Alles richtig gemacht Sascha - denn ich bin mit der Wahl des Chef sehr zufrieden. Ein toller Auftakt der neben einer tollen Präsentation vor allem durch eine hervorragende Qualität überzeugt. Der Thunfisch schmeckt ausgezeichnet, ebenso das Püree und alles zusammen in Kombination mit den Algen entfachen ein Geschmacksexplosion im Mund. Super!


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Als zweiter Gang folgt ein sehr gut

gebratener Lachs mit lauwarmen Gurkengemüse


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Auch dieser Gang überzeugt durch ein hervorragende Qualität des Fisch der optimal zubereitet wurde und unter einer schön krossen haut noch butterzart ist.


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Weiter geht es mit einem

Irischen Lammkaree an Kichererbsenpürée


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- wieder sehr gut. Das Fleisch auf den Punkt zart rosa und klasse gewürzt, wodurch also keine Wünsche offen bleiben.


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Den süßen Abschluß bilden ein

geeister Kaiserschmarrn mit Sake-Emulsion und Waldbeeren


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Leute, was soll ich sagen, es Gedicht - Punkt.



Mein Fazit:
Die kleine Reise nach Ratingen lohnt sich in jedem Fall. Kai Meckenstock hat hier in einem beschaulichen, historischen Dörfchen ein kulinarisches Kleinod erschaffen, wo er vor allem mit einer hervorragenden Produktqualität und sehr gutem handwerklichem Können überzeugt. Mit seiner Kreativität schafft er es regionale, südländische und asiatische Einflüsse außergewöhnlich zu kombinieren und ich weiß jetzt schon, dass ich garantiert nicht das letzte Mal hier gewesen bin. Auf bald, Kai Meckenstock...



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