NENIO

DEN RAHMEN LIEFERT DAS NENIO
...ein Bild muss sich jeder selber machen!


Bericht: Sascha Perrone  |  Fotos: Sascha Perrone
- 22.04.2016 -


SP



Bereits im Januar habe ich in meinem "Käseblatt" darüber berichtet, dass Bastian Falkenroth sein kulinarisches Konzept weiter ausbaut und mit dem Restaurant NENIO einen neuen Hotspot für Food-Junkies eröffnen wird. Am 29.April ist es nun soweit, die Umbauarbeiten sind abgeschlossen und das NENIO öffnet seine Pforten. Ich hatte am vergangenen Freitag das Glück, beim "Pre-Pre-Opening", also der Generalprobe für die Generalprobe dabei zu sein und das, erstmals an diesem Abend "durchgekochte", Menü zu probieren und mir einen ersten Eindruck vom NENIO und den Arbeitsabläufen verschaffen zu können.

Da ich in den sozialen Medien bereits mehrfach die Nachfragen nach dem wie, was und wo mitbekommen habe, hier nochmal eine kurze Erklärung zum NENIO: Dieses befindet sich im gleichen Haus wie das Kaffee Uhlenbusch und das U. das Restaurant, allerdings wählt man zum Betreten den linken anstatt den rechten Eingang. Im "U." wird weiterhin unter den bekannten Öffnungszeiten "casual-fine-dining" angeboten und das NENIO ist ein weiteres Konzept, welches allerdings noch viel mehr die Produkte in der Vordergrund stellt - aber dazu kommen wir gleich.

Als ich am Freitagabend mit Spannung das neue Restaurant betrete bin ich der erste Gast und habe somit die Gelegenheit, das Restaurant in aller Ruhe auf mich wirken zu lassen. Und die Gelegenheit brauche ich auch, denn das NENIO ist anders, als alle Restaurants, die ich bisher besucht habe: Die Wände sind komplett in schwarz gehalten, dazu schwere, schwarze, zugezogene Vorhänge, welche die eigentlich tollen, großen Fenstern, komplett verhüllen, so dass nicht ein Hauch von Tageslicht in den Raum dringt.
An den Wänden hängt nichts, außer ein einziger, bilderloser, goldener Rahmen, welcher von einem Lichtspot angeleuchtet wird und an dem mein Auge unweigerlich haften bleibt. Finde ich zunächst ungewöhnlich, aber die Erklärung von Bastian Falkenroth dazu finde ich gut: "Wir wollen mit den NENIO lediglich einen Rahmen bieten - ein Bild muss sich jeder selbst machen.". Sehr cool und definitiv mal was Anderes. Also dann, machen wir uns ein Bild!

Im Restaurant gibt es keine Tische, sondern lediglich eine große, u-förmige Theke, welche direkt vor der Küche aufgebaut ist bzw. diese einrahmt und an welcher, auf super bequemen Lederhockern, ca. 15 Personen Platz finden. Das war's auch schon, mehr gibt es zum Interieur nicht zu sagen. Und soll es auch gar nicht geben, denn im NENIO stehen die Speisen, also die Produkte und deren Zubereitung im Fokus. Gegessen wird übrigens was auf den Tisch kommt - es gibt lediglich ein Menü, bestehend aus sieben Gängen und einigen, sogenannten Bockmachern vorweg - das Ganze zum Preis von 110 EUR.

Nachdem die anderen Gäste eingetroffen sind und wir alle Platz genommen haben geht es los und die neue Küche im NENIO wird eingeweiht. Gestartet wird mit zwei Bockmachern, dem Okonomiyaki mit Babycalamaretti und Chinakohl, begleitet von Ente mit Chicorée und Hoisin - dazu ein Glas Rosé Champagner. Beide Kreationen werden als mundgerechte Ein- bzw. Zwei-Bissen-Portionen auf sehr schönen Steintellern angerichtet und unterstreichen noch einmal die Ansage, dass es hier um die Produkte geht, denn die wenigen Zutaten sind von höchster Qualität, harmonieren wunderbar und die Charaktereigenschaften sind perfekt herausgearbeitet. Diese beiden Bockmacher machen definitiv Bock auf mehr.



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Weiter geht es, auf den ersten Blick ungewöhnlich, aber dann doch Sinn machend, mit Brot und Butter - als Hauptakteur, nicht als Begleitung. Für beides wurde bei der Herstellung Ziegenmilch verwendet, was sowohl dem Brot als auch der Butter eine herrlich würzige Note verleiht und deshalb auch als Hauptakteur durchgeht.



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Danach folgt ein Färöer-BIO-Lachs mit grünem Spargel und BBQ-Yuzu. Der Lachs wurde bei 45 Grad gegart und war wirklich so unglaublich zart, dass man das Gefühl hat er schmilzt im wahrsten Sinne des Wortes dahin - echt super! Der Spargel hatte einen tollen Biss und als kleines Häubchen die knusprig gebackene Haut des Lachs oben auf. Begleitet wird die Kreation von einem 2014er Cour Cheverny von Domaine de Montcy, einem Bio-Wein ohne jeglichen Zusatz von Schwefel, welcher sehr gut passt. Die Weinbegleitung liegt wie gewohnt in der Hand von Restaurantleiter und Sommelier Constantin Adam, der für den ganzen Abend perfekt passende Tröpfchen ausgesucht hat.



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Nach dem Lachs wird dann gegrillt und zwar ein Flanksteak vom Wagyu, richtig schon mit offener Flamme im "Green-Egg-Grill", was dem Fleisch ein geniales Räucheraroma verleiht. Dazu gibt es knusprige Kartfoffel-Chips, von denen ich mir für die nahenden Champions-League-Spiele gerne ein paar Pfund in Tüten abfüllen lassen würde. Wieder ein großartiger Gang. (Weinbegleitung: 2014er Sauvignier Gris, Höfflin, Kaiserstuhl / Baden)



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Im Anschluss hat dann der Kaisergranat seinen großen Auftritt, als er vor dem servieren noch die offene Flamme zu spüren bekommt und anschließend in genialer Konsistenz mit ausgezeichneten Aromen auf dem Teller landet. Begleitet wird er von Korianderaromen und einer Creme aus Karotte und Erdnuss, in welche er ganz unkompliziert mit den Fingern eingedipt werden soll. Ich bin ja eigentlich kein Fan von Koriander, aber hier kommt es richtig gut zur Geltung. (Weinbegleitung: 1997er Mariner Honigberg Riesling Spätlese, Hoffmann-Simon)



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Weiter geht es mit Hamachi von super Qualität und toller Konsistenz, welcher mit einem Reissud aufgegossen wird. (Weinbegleitung: Cuvée Black Ball Riesling, Peral Morissette)



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Letzter Akteur vor dem Dessert ist dann der Kabeljau, welcher auch vor dem servieren noch einmal mit der offenen Flamme angeknuspert und dann zusammen mit Fregola im Teller angerichtet und von einem Gulaschsud übergossen wird. Die Konsistenz der Fregola erinnern im Mund stark an Spätzle und machen so die Kombination mit dem Gulaschsud perfekt. (Weinbegleitung: Blaufränkisch, St. Antony)



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Den süßen Abschluss bilden Fenchel, Apfel und Ingwer in wunderschöner Form und Aromavielfalt. (Weinbegleitung: 2003er Ürziger Würzgarten Riesling Auslese)



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Mein Fazit für diesen Abend: Das NENIO bietet ein Konzept, welches es so in Düsseldorf noch nicht gibt. Die Produkte stehen im Mittelpunkt und waren am heutigen Abend alle durchweg von höchster Qualität, die einfach nur Spaß und Lust auf mehr macht. Sehr gut finde ich es, so nah am Küchenteam dran zu sein und Fragen zu den Produkten direkt aus erster Hand beantwortet zu bekommen.

Für die Generalprobe war das Niveau schon super hoch und ich bin deshalb guter Dinge und sehr gespannt auf alles, was hier in Zukunft noch passieren wird!!!



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KONTAKT
NENIO
Klosterstraße 34
40211 Düsseldorf
Tel.: 0211 - 87 58 61 37


ÖFFNUNGSZEITEN
Di. bis Sa.: 19.00 - 23.00 Uhr
So. und Mo.: geschlossen


www.nenio-restaurant.de