KUKIMI im Test

Leicht und lecker abnehmen verspicht die Werbung - mal abwarten...
Ein Selbstversuch von Sascha Perrone


Bericht: Sascha Perrone  |  Fotos: Sascha Perrone
- 23.02.2016 -


SP



Die weit über 200 besuchten Restaurants merke ich mittlerweile auf den Hüften! Und wären die zu engen Jeans nicht schon ein deutliches Zeichen, kommt die E-Mail, die mich von KUKIMI erreichte, ob ich das Konzept nicht mal testen möchte, gerade recht. Für alle die KUKIMI nicht kennen sei erklärt, dass es sich dabei um eine junge Firma mit Sitz in Berlin handelt, die ein, ich nennen es mal "Diät-Konzept" über die eigene Website anbietet. Das Ziel ist es leicht und einfach abzunehmen - leicht und einfach deshalb, weil man alles was dafür nötig ist, nämlich kalorienarme Gerichte, als Wochenration nach Hause geliefert bekommt und innerhalb von 10 Minuten, ohne jeglichen Plan vom Kochen, zubereiten kann. Das will ich ausprobieren!

Ich besuche also die Website und stelle mir meine sieben Gerichte für eine Woche zusammen. Der komplette Bestellprozess geht kinderleicht von der Hand und schon ist mein Diät-Paket bestellt und für den kommenden Samstag zu Lieferung zwischen 8 und 12 Uhr angekündigt. Die Lieferung funktioniert einwandfrei, am Samstag um 9.14 Uhr klingelt es an der Tür und ein glänzender, silberner Karton wird überreicht und umgehend mit Spannung geöffnet. Der Karton ist sehr stabil und die einzelnen Gerichte sind optimal verpackt und mit Kühlpads kühl gehalten. Ab damit in den Kühlschrank.


1kukimi essberichte 1

kukimi essberichte 2kukimi essberichte 3



Da es für's Mittagessen noch ein bißchen früh ist, studiere ich zunächst die beigefügten KUKIMI-Flyer und mache mit noch einmal mit dem Konzept und der Zubereitung der Gerichte vertraut, welche denkbar einfach ist: Beutel im Wasserbad erwärmen, rausnehmen, abtrocken, vorischtig "Massieren" um die Aromen optimal zu verbinden, Beutel aufreissen und den Inhalt nett anrichten. Aha...das wird jetzt also für eine Woche mein Mittagessen? Bin gespannt!


===  TAG 1  ===

Was ich zu diesem Zeitpunkt, also ganz zu Anfang meines kleinen Experiments, gut finde ist, dass ich die "Qual der Wahl" habe, denn ich kann mir täglich aussuchen, welches der Gerichte ich essen möchte und muss mich an keine Vorgabe halten. Am heutigen Samstag entscheide ich mich für das "Champignon-Tofu-Ragout mit Dreierlei Getreide". Bewerten möchte ich die einzelnen Gerichte anschließend auf einer Skala von 0 bis 10, wobei 10 die absolute Krönung von dem ist, was man zu Hause selber zubereiten kann. Die 0 symbolisiert somit das genaue Gegenteil. Also dann - lasset das Experiment beginnen!

Dafür erhitze ich Wasser bis zum Siedepunkt und lasse es kurz abkühlen, um dann den Inhalt des kleinen Karton, zwei gefüllte Kunststoffbeutel, bei 80 Grad für 10 Minuten in das Wasserbad zu geben. Anschließend dann die Beutel aus dem Wasser fischen, abtrocknen, massieren und "hübsch" anrichten. Nun ja, fällt mir ein bisschen schwer, denn das Ganze erinnert mich doch ganz stark an die 80er, als meine Mutter TK Hühnerfrikassee mit Reis "gekocht" hat. Ich gebe mir zumindest Mühe und bin mittelmäßig zufrienden mit dem Resultat.


kukimi essberichte 4kukimi essberichte 5

kukimi essberichte 6kukimi essberichte 7



Der Geschmack entspricht ungefähr meinen Erwartungen, die mich beim Anblick dieser Kreation befielen - man kann es essen. Der Tofu ist in Ordnung, das Getreide auch, die drei Champignons die ich finde schmecken allerdings etwas zu säuerlich.

Meine Bewertung für das Gericht: 5 Punkte



===  TAG 2  ===

Am heiligen Sonntag, also dem Tag wo sich normalerweise meine Frau richtig in der Küche austobt und ein kulinarisches Highlgiht auf die Teller zaubert
steht auf meiner Menükarte "Hähnchenbrust tropisch mariniert mit Dreierlei Getreide". Das Prinzip der Zubereitung ist immer das Gleiche, 10 Minuten bei 80 Grad, raus aus dem Beutel, rauf auf den Teller.



kukimi essberichte 8kukimi essberichte 9


Das Ergebnis ist ähnlich wie am vergangnen Tag, man kann es essen.

Meine Bewertung für das Gericht: 5 Punkte



===  TAG 3  ===

Am dritten Tag meines KUKIMI-Experiments entscheide ich mich unter den noch ürigen Gerichten für das "Lachsfilet auf Blattspinat".



kukimi essberichte 10kukimi essberichte 11


Und was ich hier aus dem Beutel gequetscht habe verschlug mir echt die Sprache und ist, nach einer kleinen Probiergabel direkt, um es mit den Worten von OTTO auszudrücken, unter ständigem Rühren in den Müll gewandert! Die unappetitliche Konsistenz des Blattspinat wurde nur noch von seinem, wirklich EKELHAFTEN Geruch und Geschmack getoppt und beim Anblick des kläglichen Lachs verging mir auch komplett der Appetit.

Meine Bewertung für das Gericht: 0 Punkte



===  TAG 4  ===

Nach meinem Spinatdesaster an Tag 3 habe ich mich heute für das "Spargel-Hühnerfrikassee mit Dreierlei Getreide" entschieden.




kukimi essberichte 12kukimi essberichte 13

Dafür, dass meine Erwartungen mittlerweile eigentlich bei 0 lagen, war diese Kreation gar nicht so schlecht. Es war viel Fleisch auf dem Teller, die Sauce war zwar einen Tick zu säuerlich, aber im Großen und Ganzen war es zum Satt werden in Ordnung.

Meine Bewertung für das Gericht: 5 Punkte




===  TAG 5  ===

Drei Gerichte sind noch übrig, darunter eines welches wieder besagten Blattspinat als Beilage enthält. Vielleicht ist ja beim letzten Mal einfach nur was schief gelaufen? Also dann, ich entscheide mich für "Gefüllte Poulardenbrüstchen mit Blattspinat".




kukimi essberichte 18kukimi essberichte 15


Und was soll ich sagen, es ist zwar ein anderer Tag, aber das Resultat ist das gleiche...unter ständigen Rühren in den Müll.


Meine Bewertung für das Gericht: 0 Punkte



===  TAG 6  ===

Zwei Gerichte sind noch übrig und so entscheide ich mich für "Medaillons vom Putenfilet auf geschmoirtem Thai-Gemüse".




kukimi essberichte 16kukimi essberichte 17

Das Gemüse ist eigentlich ganz OK, das Fleisch schwimmt aber wieder in einem kläglich wässrigen Sud, wo ich beim Anblick eigentlich schon gar keine Lust mehr habe zu Essen.

Meine Bewertung für das Gericht: 2 Punkte




===  TAG 7  ===

Endlich, der letzte Tag meiner persönlichen KUKIMI Challenge ist gekommen :-) Ein Gericht ist noch übrig, also gibt es heute "Fruchtiges Thymian-Hähnchen mit Fenchel und Süßkartoffel".




kukimi essberichte 14kukimi essberichte 19


Und ich bin froh, dass dieses Gericht zum krönenden Abschluss übrig geblieben ist, denn es ist fast so schlecht wie die Blattspinat-Kreationen und bestärkt mich in meinem Entschluss, mir so etwas nie mehr anzutun.


Meine Bewertung für das Gericht: 1 Punkt



===  FAZIT  ===

Die Idee dahinter finde ich wirklich ganz gut, denn für Menschen die gerne abnehmen möchten, jedoch wenig Zeit haben
oder nicht kochen können ist das Prinzip ideal. Damit es funktioniert muss die Qualität der Gerichte aber deutlich gesteigert werden, denn sonst hat man schon nach einem Tag keine Lust mehr. Und bei knapp sieben Euro pro Gericht überlegt man es sich zwei Mal, denn für das Geld kann ich auch einen Salat in meinen Lieblingsrestaurants essen.

Ach so, abgebnommen habe ich ürigens drei Kilo, was aber denke ich eher daran lag, dass in der Woche drei Mal das Mittagessen aufgrund von mangelnder Qualität ausgefallen ist, ich aber trotzdem drei Mal im Wald joggen war :-)