Zweierlei

Benjamin Arnswald und Hagen Wagner eröffnen ihr eigenes Restaurant in den Räumen des ehemaligen Fehrenbach

Bericht: Sascha Perrone  |  Fotos: Sascha Perrone
- 21.11.2017 -


SP


Heute vor zwei Monaten verkündete Julia Fehrenbach ihren Abschied aus ihrem kleinen Restaurant. Gleichzeitig verkündete sie mit Benjamin Arnswald und Hagen Wagner aber auch ihre Nachfolger, die das Restaurant unter dem Namen Zweierlei weiterführen werden.

Gestern war es dann soweit und das Zweierlei öffnete den ersten Gästen seine Tür, darunter auch meine Wenigkeit - diesmal in Begleitung meiner Frau.

Wir wählen einen gemütlichen Tisch am Fenster und lassen das Restaurant zunächst auf uns wirken. Es gibt einige optische Veränderungen gegenüber dem Fehrenbach. Die Kombination aus einem tollen Farbspiel durch Facetten von Brauntönen, stilvollen Blumen und Vasen, Lederbänken und -stühlen, braunen Holztischen, perlmuttfarbenen Vorhängen, einem symbolischen Vogelschwarm an den Wänden, einem tollen Kronleuchter und ganz viele Kerzen tauchen den Raum in eine wunderbare Wohlfühlatmosphäre. Sehr schön.

Bei einem prickelnden Aperitif werfen wir einen Blick in die Speisekarte, auf deren Cover das verspielte Zweierlei-Logo prangert. Sehr schön finde ich einen einleitenden Satz: "Gutes Essen ist niemals langweilig und spricht einen jeden von uns so direkt an wie kaum eine andere Sache". Wahre Worte, die erahnen lassen, was Benjamin und Hagen in ihrem Restaurant vermitteln möchten.

Zur Auswahl stehen "Deutsche Klassiker", "Alte Bekannte aus Europa" und "Vegetarisches", die entweder à la carte oder als Menü genossen werden können. Als Menü kosten 3 Gänge 49 EUR und jeder weitere Gang schlägt mit 11 EUR zu Buche. Meine Frau entscheidet sich für drei Gänge der "alten Bekannten" und ich überlasse es, wie ich es häufig und gerne tue, dem Küchenchef was auf die Teller kommt.


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Tatar vom Rehfilet
mit Lebkuchenmayonaise

Hagen schickt einen ersten Gruß aus der Küche. Eine tolle Kombi die durch allerlei Aromen und einen feinen Hauch von Weihnachtszeit überzeugt und ganz viel Lust auf mehr macht.


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Salat vom Pulpo
mit eingelegter Paprika

Ein weiterer Gruß, der seinem Vorgänger in nichts nachsteht. Pulpo und Paprika harmonieren wunderbar, was sich in einem späteren Gang nochmals bestätigen wird.


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Brot

Zwei verschiedene Brote, einmal mit Salz und einmal mit Sesam, schmecken wunderbar zur gesalzenen Butter.


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Gänselebereis auf Gewürzrotkohl

Und noch ein Gruß - eine, wie wir finden, freakige Kombination aus Aromen, Texturen und Temperaturen. Erinnert, warum auch immer, vom Geschmack her an Mon Cheri.


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Gänseleber "Berliner Art"

Eine tolle Interpretation des bekannten Klassikers - hier mit Fontane Kartoffel, Kaiser Wilhelm Apfel und Borettane-Zwiebel. Wunderbar.


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Pulbo á feira

Ein Gericht der "Alten Bekannten aus Europa". Der Oktopus ist sehr schön zubereitet und harmoniert klasse mit Olivenöl und der Süße und Säure der verschiedenen Paprikavariationen.


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Aal in Grün

Mein zweiter Gang aus den "Deutschen Klassikern". Hier wird zweierlei vom Aal, gegrillt und geräuchetr, mit Spreewaldsauce und Schmorgurke kombiniert. Verfeinert wird das Ganze noch mit Senf, welcher super zum Fisch passt.


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Rehrücken Baden-Baden

Weiter geht es mit zwei feinen Stücken vom Rehrücken, die mit knackigem Rosenkohl, Preiselbeeren, Birne und Sellerie daherkommen. Auch hier ein wunderbares Herbstgericht, an dem es nichts zu meckern gibt.


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Lotte á la grenoble

Bei meiner Frau geht es weiter mit Seeteufel, der zusammen mit violetten Kartoffeln, Zitrone und Kapernäpfeln serviert wird. Die Kombi mit der Zitrone bringt eine tolle Frische ins Gericht und macht diesen Teller zum TOP Favorite meiner Frau an diesem Abend.


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Steirisches Klassik

Als Dessert bekommen wir beide die steirischen Klassiker Topfen, Vanille und steirischer Kürbis. Dieser Gang konnte uns leider nicht so ganz überzeugen. Eigentlich sind wir große Fans von "nicht-süßen" Dessertvariationen, aber dann muss halt durch ein anderes Aroma geglänzt werden, was wir in dieser Kombi hier leider vermisst haben.

Ein kleiner Wermutstropfen am Schluss, denn bis hierhin haben sich beide Menüs kontinuierlich auf ein ganz tolles Niveau gesteigert.


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Mein Fazit:

Trotz des Desserts, welches uns nicht so recht überzeugen konnte, haben wir einen insgesamt wunderbaren Abend verbracht. Das Restaurant erstrahlt in neuem Glanz und bietet bei angenehmer Atmosphäre eine ambitionierte Küche mit großem Potential.

Sehr zu empfehlen!


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Zweierlei
Schwerinstraße 40
40477 Düsseldorf
Tel.: 0211 - 98 94 587
Mo-Sa: 18.00 – 24.00 Uhr
So: Geschlossen


www.zweierlei-restaurant.de

www.facebook.com/restaurantduesseldorf