Karl's

5-GÄNGE-HEIMATMENÜ
ein Bericht von Tanja Marschal


TM

- 13.09.2016 -


Mein erster Test führt mich ins "Karl's" in Pempelfort. Ich war hier erst zwei Mal und das ist lange her. Optisch ist das "Karl's" stylisch, aber nicht zu cool, trotzdem gemütlich. Ich finde so eine Mischung auch geil: Mega entspannter (und super aufmerksamer) Service, locker, und dann wird das Besteck plötzlich mit weißen Handschuhen gereicht. Sehr cool. - Ich muss mich vorweg noch für die Fotos entschuldigen. Meine Kamera und ich hatten keinen guten Tag.  

Zum kulinarischen Heimspiel gibt es ein 5-Gänge-Heimatmenü, das ich mir komplett gebe. Inklusive Weinbegleitung. Zum Start gibt es "LABSKAUS VOM BEEFTATAR". Sprich: Auf dem sexy Holzbrett liegt Tatar vom deutschen Jungbullenfilet mit Bouqerones und einem herrlichen Wachtelei, dazu Chips! Und drum herum ein sommerlich-schöner Kranz aus Salat, Roter Beete und leckerem Senf. Seit ich mal im Urlaub eine Lebensmittelvergiftung hatte, nachdem ich Lachstatar gegessen hatte, hab ich da ein mulmiges Gefühl. Und das Tolle ist: Jetzt bin ich geheilt. Frischer konnte das Tatar nicht sein. Sehr lecker! Die Scheurebe dazu ist super. Die hat ein bisschen mehr Gehalt. Muss sie auch, um gegen die Tatar-Bouqerones-Kombi anzukommen.  


kulinarische heimspiel karls blog 1




Auch der zweite Gang ist richtig schön. "ROH MARNIERTER BACHSAIBLING". Dazu gibt es Graupen mit Estragonmajo, Zitronengel und Kaviar. Finde ich super erfrischend. Der Fisch ist toll, die Graupen noch schön knackig. Ich mag vor allem die Estragonmajo. Estragon kann schnell zu dominant sein, aber hier war es die perfekte Balance. Schöner Sauvignon Blanc dazu.

Und jetzt wird's schräg. Wenn ich eins seit meiner Kindheit nicht ausstehen kann, dann ist das Blutwurst. Vor dem nächsten Gang hatte ich fast Angst. "HIMMEL UND ÄHD AUS DER DOSE". (Ich hätte jetzt gerne diesen Emoji, der gerade einen Geist gesehen hat). Im Prinzip kommt jetzt also mein Albtraum. Blutwurstravioli. In diesem Fall mit Gambas an Rieslingapfel und Rotweinschalotten. Ich dachte, ok, probierste mal. Augen zu und durch. Und dann das! Meine Mutter wird mir das niemals glauben, aber DAS war mein Lieblingsgang. Ich glaube, die Leute neben mir am Tisch haben gedacht, ich hab sie nicht mehr alle. Ich habe die ganze Zeit nur gemurmelt: "Das gibt's doch nicht!" Mega! Wer das bei mir schafft, Hut ab!

kulinarische heimspiel karls blog 3




Zeit für das nächste Geschmackserlebnis: "GESCHMORTER KALBSTAFELSPITZ" mit getrüffeltem Kartoffelstampf und sautierten Steinpilzen. Auch super. Der Kalbstafelspitz so zart, dass man kein Messer brauchte. Einmal damit berührt, hat er sich vor Zartheit ergeben und sich in die Sauce gelegt. Die übrigens auch großartig war.    

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Und zum Abschluss die "KÜRBISTARTE" mit Apfelsorbet und Vanillecreme. Ganz ehrlich. Ohne viel Schnickschnack. Und trotzdem geschmacklich eine Wucht. Schönen feinherben Riesling dazu. Läuft.  

Also: Ich war begeistert. Richtig, richtig gute Küche. Toller Service. Und ich esse auf einmal Blutwurst.... Unfassbar.



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