Burgstuben Residenz

Küchenchef: Alexander Wulf | Küchenstil: Französisch · Cross over

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Der Kreis Heinsberg war den meisten Menschen, die nicht gerade im Großraum Aachen oder Mönchengladbach zu Hause sind, bis zum März dieses Jahres wohl kaum ein Begriff. Mittlerweile kennt die Stadt wahrscheinlich jeder Mensch in Deutschland und der Bekanntheitsgrad liegt auf einem Level mit Berlin oder München. Schuld ist natürlich das Corona-Virus und die Krise, die dieses mit sich brachte und wofür die Gemeinde Heinsberg schnell als Epizentrum des Ausbruchs in Deutschland  ausgemacht wurde.

Mich verschlug es zu einer Zeit hierher, als der Kreis Heinsberg wahrscheinlich der sicherste Ort im ganzen Land war, weil die gesamte Bevölkerung zum einen in  Quarantäne ausharrte und zum anderen sämtliche Schutzmaßnahme im Alltag bereits verinnerlicht hatte und vorbildlich umsetzte, während die Menschen im Rest des Landes entweder völlig geisteskrank Klopapier horteten oder sich zu Tausenden ihre „Freiheit nicht nehmen ließen“ und Arsch an Arsch die ersten Sonnenstrahlen des Frühlings in den Innenstädten und auf den beliebten Flaniermeilen genossen.

Diese unfassbare Tragödie, die mit all ihrem Wahnsinn und einer teils völligen Plan- und Hilflosigkeit sehr viele brüchige Stellen im Fundament unserer Gesellschaft offenbarte, werden wir alle wohl niemals vergessen. Wollen wir hoffen, dass der Kreis Heinsberg in einer neuen Normalität nach der Corona-Krise, wieder für positive Schlagzeilen sorgen wird. Zum Beispiel kulinarisch.

Das könnte ich mir im Übrigen auch sehr gut vorstellen, denn mit den langjährigen Freunden Alex Wulf, Marcel Kokot und Ronny Schreiber ist hier, im Stadtteil  Randerath, ein sehr ambitioniertes und kreatives Trio am Werk.

Ich besuche die Drei in ihrer Burgstuben Residenz, wo sie mit einer Kombination aus Bistro und Gourmetrestaurant, den kulinarischen Maßstab am westlichen  Niederrhein definieren. Dabei stehen regionale Produkte im Vordergrund, denen Alex, der einzige russische Sternekoch Europas, einen ordentlichen Touch seiner Heimatküche untermischt. In Kombination mit einer, nennen wir es mal, etwas anderen Weinauswahl aus Ronnys begehbarem Weinschrank, entsteht ein kreatives, raffiniertes und einzigartiges  Genusserlebnis.

Auf den Tellern zeigt sich dies bereits beim Vorspiel und dem „Vegi Warm Up“, wobei veganer Kaviar, ein Macaron, Chips und ein Shooter, der sich unter einer  Matrjoschka versteckt, serviert werden. Durch diese kleine Geste wird von vornherein klargestellt, dass das Thema Russland an diesem Abend eine bedeutende Rolle  spielen wird. So auch bei der „Soljanka“ mit Ochse und sibirischem Gemüsegarten oder bei Alex“zander“ mit Kaviar, Champagner und Kerbel.

Fantastisch trotz „Vegantastisch“ war der Weißkohl mit Mandel und Radieschen und das „Volle Potenz-„ial“, entfaltete sich beim Hamachi mit Auster und Alge. Ein wirklich ausgezeichnetes Menü, an das ich mich bis heute gerne zurückerinnere. Und wenn ich mir die Entwicklung der letzten Jahre anschaue, bin ich mir ziemlich sicher, dass uns in Zukunft wieder besagte positive Schlagzeilen aus Heinsberg erreichen werden.

Spätestens, nachdem die Jungs im nächsten Jahr eine neue Location beziehen und an neuer Wirkungsstätte noch "kreativer und ausgefallener kochen werden", wie mir  Alex bei einem kleinen Plausch in der Küche ankündigt!

Inspiration

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