Gästehaus Klaus Erfort

Küchenchef: Klaus Erfort | Küchenstil: International · Französisch

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Die erste Rechnung des Tages bezahle ich schon vor dem Essen, denn ich will mir natürlich eine Tankquittung der - zumindest unter Foodies - legendärsten Aral-Tankstelle der Republik als Trophäe, gerahmt in mein Büro hängen. Legendär ist sie deshalb, weil sie auf dem Nachbargrundstück unweigerlich ins Auge springt, wenn man zu Klaus Erfort in sein GästeHaus möchte.

Ich betrete die schmucke Gründerzeitvilla, die im Inneren durch schlichte Eleganz in Weiß mit grauen und violetten Akzenten glänzt. Da heute allerdings ein herrlicher, sonniger Spätsommertag ist, muss ich natürlich die Gelegenheit ausnutzen und auf der wunderbaren Terrasse am Rande des hausangrenzenden Parks Platz nehmen.

Nun sitze ich hier, nippe bei diesem entzückenden Ausblick an meinem Rosé Champagner und bin gespannt und voller Vorfreude auf das, was mich erwarten wird. Und wie immer, wenn ich in einem Restaurant mit einer Reputation wie der von Klaus Erfort sitze, bin ich auch ein wenig ehrfürchtig.

Fast 20 Jahre betreibt Erfort mittlerweile sein GästeHaus, seit er im Saarland das Kochhandwerk erlernte und sich bei Claus-Peter Lumpp im Restaurant Bareiss und bei Harald Wohlfahrt in der Schwarzwaldstube (beide in Baiersbronn und beide drei Sterne) den Feinschliff holte.

Seit 2008 hält er nun in seinem eigenen Restaurant drei Sterne und auch alle anderen Führer des Landes bescheinigen mit ihren Höchstnoten, dass man hier in der Champions League der weltweiten Gastroszene zu Gast ist.

Aus diesem Grund denke ich, es ist ein guter Entschluss, Klaus Erfort zu überlassen, was auf die Teller kommt und werde mit einem wunderbaren, krustentierlastigen Menü im Stile seiner klassisch französischen Küche verwöhnt.

Was mir dabei besonders gut gefällt ist, dass die großartigen Gerichte, auf absolutem Höchstniveau, mehr Wert auf Geschmack als auf Optik legen. Andernorts würden sicherlich hier und da mehr Klekschen und Tüpfchen drapiert sein. Hier lässt man diese weg und packt lieber noch eine ordentliche Portion Geschmack in die Hauptkomponente. Einfach herausragend!

Zuletzt machte Klaus Erfort übrigens nicht nur kulinarisch von sich reden, sondern sorgte auch für Aufsehen, als er verkündete sein Restaurant künftig nur noch an Wochentagen zu öffnen. Auf die, in der Regel, umsatzstärksten Tage eines Restaurants, den Samstag und Sonntag, verzichtet er, um seinen Mitarbeitern ein  angenehmeres Arbeitsumfeld zu bieten. Ein kleiner Denkanstoß für das große Problem des chronischen Personalmangels in der Gastrobranche.

Inspiration

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