Le Moissionnier

Küchenchef: Eric Menchon | Küchenstil: Französisch

9,3 7,5 7,9 9,0 8,7 59

Mehr als 2300 Jahre ist es her, seit der berühmte griechische Gelehrte Aristoteles in der Metaphysik manifestierte, dass "Das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile.". Nun muss das Werk wahrscheinlich neu geschrieben werden, denn seit Ende des 20. Jahrhunderts sind es mit Liliane und Vincent Moissonnier, sowie Eric Menchon, drei Franzosen, die behaupten, es wäre genau anders herum: "Die Summe der Teile ist mehr als das Ganze". Ich fand, diese These müsse dringend überprüft werden. Also machte ich mich an einem Donnerstagmittag in kulinarisch bewanderter Gesellschaft auf nach Kölle, um das Trio, welches die Gesetze der angewandten Wissenschaften aus den Angeln heben möchte, im Le Moissionnier zu besuchen.

Erfreulicherweise haben wir reserviert, denn das charmante Bistro im Jugendstil-Look ist brechend voll. Andere Gäste haben weniger Glück und müssen die Heimreise antreten. Kein Wunder also, dass hier quasi jeder Millimeter ausgenutzt und an kleinen, eng gestellten Tischen schätzungsweise 50 Gäste platziert werden, obwohl gefühlt eigentlich nur 30 Stühle Platz haben dürften. Aber das nimmt man hier scheinbar gerne in Kauf, ebenso den hohen Geräuschpegel.

Wir bestellen jeweils zwei Gänge der reichhaltigen à-la-carte-Auswahl, denn da wir am Abend noch einen weiteren Sternetermin haben, wäre das Wochenmenü in vier Gängen doch etwas vermessen.

Beim servieren der Speisen wird dann die anfänglich angesprochene These auf die Probe gestellt, denn die Gerichte sind kreativ, facettenreich und vor allem kleinteilig aufgebaut, sodass um den jeweiligen Hauptakteur mehrere „Satelliten“ drapiert werden. Die drei Franzosen scheinen also wirklich recht zu haben, zumindest an unserem Tisch ist es die Summe der Teile, die mehr als das Ganze ergibt.

Inspiration

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