Philipp Soldan

Küchenchef: Erik Arnecke | Küchenstil: International

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Diese Tour nach Frankenberg war meine erste kulinarische Reise im neuen Jahrzehnt. Aus Nordrhein-Westfalen kommend führt die Route durch das Rheinische Schiefergebirge ins Hessische Bergland. Hier fährt man die letzten 75 Kilometer nur über Land, kann die Landschaft genießen und kommt dementsprechend tiefenentspannt an.

Die Zielgerade führt mich durch eine mittelalterliche Altstadt, wo jetzt, mitten im Winter, eine schöne, romantische Stimmung herrscht. Und inmitten dieser Altstadt, direkt am Marktplatz, umgeben von malerischen Fachwerkfassaden und dem berühmten Rathaus mit seinen 10 Türmen, liegt mein Reiseziel: Das Hotel „Die Sonne Frankenberg“.

Die drei Gebäude die das Hotel bilden, stammen aus dem 16. Jahrhundert und wurden Anfang 2005 eineinhalb Jahre lang aufwendig saniert und modernisiert. So  befinden sich heute im „Bürgerhaus“, im „Alten Brauhaus“ und im ehemaligen „Stadtweinhaus“ nicht nur Hotelzimmer, sondern auch ein Bankettsaal, eine Cocktailbar, eine Kaminlounge und ein 1.000 Quadratmeter großer Spabereich. Außerdem beherbergt die Sonne auch drei Restaurants.

Eines davon ist das, im Souterrain untergebrachte und nach dem berühmten Bildhauer, Steinmetz und Sohn der Stadt benannte, Gourmetrestaurant Philipp Soldan, wo ich am heutigen Abend einen Tisch reserviert habe.

Punkt 18:30 Uhr geht es für mich mit dem Aufzug ins Untergeschoss, wo das Gourmetrestaurant in einen Gewölbekeller integriert ist. Den Designern gelingt es hier perfekt, das historische Fundament mit modernen Elementen zu kombinieren und durch die beiden begehbaren Weinschränke und den Blick in die offene Küche eine transparente Wohlfühlatmosphäre zu erschaffen.

Verantwortlich für den kulinarischen Part ist Chef Erik Arnecke. Der 37-jährige war unter anderem als Chef de Partie bei Sven Elverfeld im Aqua***, sowie als  Küchenchef bei Bertold Bühler in der Résidence** in Essen tätig, bevor er 2015 die Leitung des Philipp Soldan übernahm. Hier verbindet er seine Präferenz für hochwertige, ursprüngliche und regionale Produkte mit modernen und traditionellen Elementen und erschafft dadurch eine naturverbundene Gourmetküche.

Ich habe mich bereits im Vorfeld mit Erik darauf verständigt, dass ich mich bei der Auswahl der Speisen komplett auf ihn verlasse. Und so liegt an meinem Platz bereits eine exklusive Menükarte mit den Empfehlungen des Küchenchefs bereit, die mir verrät, was mich an diesem Abend erwarten wird.

Bei der wunderbaren Weinauswahl fällt der Blick in die Weinkarte natürlich etwas länger aus. Diese Zeit vertreibe ich mir mit einem Gläschen Rosé Champagner und entscheide mich schließlich für einen 2011er Château Giscours, ein 3eme Cru aus dem Margaux.

Aus dem Menü sind mir vor allem das „Duett vom weißen Stör“,die „Terrine von Oxtail und Bio-Gänseleber“, sowie die „Souffierte Tranche vom Atlantik Steinbutt“ in Erinnerung geblieben.

Am Ende des Abends geht der Chef eine Runde durchs Restaurant und fragt an allen Tischen, ob es gefallen hat. Ich für meinen Teil beantworte diese Frage mit einem mehr als deutlichen „Ja!“ und bin mir sicher, dass dies nicht mein letzter Besuch hier gewesen ist.

Es ist auch so praktisch hier, denn da ein solches Haus natürlich auch perfekte Arrangements anbietet, ist der Heimweg erfreulicherweise lediglich zwei Etagen per Aufzug weit.

Inspiration

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