Rocaille

Küchenchef: Alexandra Wende | Küchenstil: Bistro · International · Regional

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Von außen vermittelt das Rocaille den Eindruck eines typischen Bistro, was sich beim Betreten auch bestätigt, wenn auch nicht ganz typisch, denn beim näheren Betrachten fallen mir doch einige Dinge auf, die ich so in einem Bistro nicht erwarten würde. Ich stehe vor einer herrlich einladenden Theke, die mit den allerfeinsten Leckereien und Sahneschnittchen der französische Patisserie bestückt ist. So weit so gut. Das die schwarzen und weißen Fliesen unter meinen Füßen so angeordnet sind, dass sie das Muster eines Totenkopf ergeben finde ich dann schon wieder ungewöhnlich.

Ungewöhnlich geht es auch weiter, denn im Speiseraum springt mir gleich ein "Wandgemälde" ins Auge, auf dem alle möglichen Stars und Sternchen in geselliger Runde beisammen sitzen - allen voran, die kürzlich von uns gegangene Motörhead-Legende Lemmy Kilmister, der sich mit seiner ganz persönlichen, allerdings barbusigen Sahneschnitte auf dem Schoß vergnügt. Bämm!

Und als wenn das noch nicht genug an unerwarteten Eindrücken wäre, lächelt mich auf meinem Weg zu einem der hinteren Tische, aus einem tiefroten Nebenraum,  wieder ebenjener Lemmy an - diesmal auf einem fetten Porträt, auf welchem er locker lässig an einer Theke mit Whiskey und Kippe verweilt. Hardrock meets Bistro -  eben nicht ganz so typisch, aber richtig cool, wie ich finde!

Verantwortlich für die außergewöhnlichen Kombinationen sind Michael Spreckelmeyer und seine Lebensgefährtin Alexandra Wende. Die beiden wollen in einem  ungezwungenen Ambiente von der "einfachen" Küche aus Frankreich und Italien, gepaart mit regionalen Einflüssen, das Beste bieten, das es gibt - und das zu jeder  Tageszeit und zu jedem Anlass.

So gibt es morgens herausragende Kaffeespezialitäten, mittags und abends eine solide und marktfrische Bistroküche und für zwischendurch die herrlichen Produkte der  Patisserie aus der hauseigenen Backstube. Zum Abschluss des Tages wird das Bistro übrigens zur Weinbar. Und wie sollte es anders sein, geht es beim Thema Wein auch nicht ganz so typisch zu, denn auf der Weinkarte erblickt man Winzer und Weine, die ich in den ganz feinen Restaurants erwartet hätte, aber mit Sicherheit nicht hier: Das Weingut Keller steht beispielsweise mit drei Jahrgängen vom Kirchspiel, fünf vom Hubacker und einer Abtserde zur Auswahl - alles große Gewächse die vom Preis her zwischen 75 und 250 EUR sehr großzügig kalkuliert sind. Neben weiteren deutschen Bekanntheiten wie Dönnhoff, Haag, Prüm, Müller und Co. sind aber auch Grand Cru von Lafite und Mouton zu haben, darunter auch der 1996er für 1.490 EUR. Und ich könnte hier noch ohne Ende weiter aufzählen, denn die Karte umfasst knapp 1000 Positionen.

Chapeau!

Inspiration

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