Schloss Loersfeld

Küchenchef: Paul Spiesberger | Küchenstil: Französisch · Deutsch · Europäisch

8,9 8,8 9,0 8,8 8,9 40

Als ich das letzte Mal - es war an einem arschkalten, tristen Donnerstag im Januar 2018 - durch das Eingangstor des 10 Hektar großen Anwesens des Schloss Loersfeld in den wunderschönen Landschaftspark fuhr, dachte ich mir, „Du musst unbedingt im Frühling, wenn hier alles in voller Blüte steht, wiederkommen“. Geplant  hatte ich damals eigentlich den nachfolgenden Frühling, aber irgendwie haben sich zwei kulinarisch turbulente Jahre dazwischengeschoben. Nun freue ich mich aber sehr, dass ich endlich die Zeit für eine erneute Tour nach Kerpen gefunden habe.

Im Schloss angekommen, werde ich von Restaurantleiter und Sommelier Ulrich Ternierßen in Empfang genommen. Dieser ist, im ausdrücklich positiv gemeinten Sinne, noch "einer von der alten Schule" und wird gekonnt professionell und fachmännisch, mit Geleiten zum Tisch, Stuhl Heranschieben, Dekantieren am Tisch etc. durch den Lunch führen. Dies ist in der Form heutzutage eigentlich total Oldschool, aber hier, an diesem historischen Ort, mit seinen knarrende Dielen und Bildern, Möbeln,  Leuchtern und Accessoires aus einer längst vergangenen Zeit, passt es einfach und vermittelt ein angenehmes Gefühl der Wertschätzung.

Wer sich nun passend dazu einen untersetzten, irgendwo in seinen Mittfünfzigern befindlichen und mit einer fünfzig Zentimetern hohen Kochmütze ausgestatteten Küchenchef am Herd vorstellt, der liegt weit daneben. Denn mit dem jungen und ambitionierten Österreicher Paul Spiesberger als verantwortlichen Akteur am Herd, findet ein erfrischender Stilbruch statt.

Paul, der zuvor unter anderem im Gruber‘s in Köln tätig war, löste im Januar 2019 Julia Komp ab, als diese sich auf den Weg machte, die Welt zu entdecken. Das  orientalisch und afrikanisch dominierte Gewürzregal hat sie scheinbar mitgenommen, denn mittlerweile steht das Restaurant für eine europäische, französisch geprägte Küche, die Paul mit Einflüssen aus seiner Heimat kombiniert. Eine Stilistik, die mir persönlich sehr gut gefällt und die, wie ich finde, auch deutlich besser zum Gesamtkonzept des Hauses passt.

Und so genoss ich an diesem Mittag das Schloss-Menü in fünf Gängen, wobei mir vor allem der gegrillte Langostino mit Ratatouille, Aioli und Piemientos, die Blutwurst meets Jakobsmuschel mit Sauerkraut, Feuerbohne, Schwarzbrot und Kernöl, sowie der Steinbutt mit grünem Spargel, Erdnuss, Kräutergnocchis und Blumenkohl  besonders gut gefallen haben.

Inspiration

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