Steinheuers

Küchenchef: Christian Binder | Küchenstil: Französisch

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Ich weiß nicht ob es Zufall ist oder ob sich mein Unterbewusstsein beim Abstecken meiner BOTW-Route unbemerkt eingemischt und, frei nach dem Motto „das beste kommt zum Schluss“, einige Adressen aus der kulinarischen Champions League des Landes auf die Zielgerade meiner Tour gelegt hat. So verschlug es mich für mein Reiseziel Nummer 71 von insgesamt 76 nach Rheinland-Pfalz, um Steinheuers Restaurant „Zur alten Post“ zu besuchen. Und das dieses seit vielen Jahren zu besagter Elite gehört ist unbestritten, denn nach den Berechnungen des Portals Restaurant Ranglisten ist das „Steinheuers“ der Verfolger Nummer eins unserer Dreisterner in  Deutschland und belegt im bundesweiten Gesamtranking Platz 11.

Die (Erfolgs)geschichte des Hauses begann vor über 80 Jahren und wurde 1985 richtig erfolgreich. Da übernahmen Gabi und Hans Stefan Steinheuer den elterlichen Landgasthof und strukturieren diesen um, indem sie, neben der rustikalen „Poststuben“, auch das Gourmet Restaurant „Zur Alten Post“ eröffneten. Dieses wurde bereits ein Jahr später mit dem ersten Stern im Guide Michelin ausgezeichnet.

Ende der 90er des letzten Jahrtausends erfolgt dann der Aufstieg in den deutschen Kocholymp, als das Restaurant 1999 mit einem zweiten Stern und Hans Stefan Steinheuer vom Gault&Millau zum „Aufsteiger des Jahres“ ausgezeichnet wurde. Ein Jahr später erfolgte durch ebendiesen sogar die Auszeichnung als „Koch des  Jahres“.

Außerdem wurde mit dem Bau des Hotel Landhaus, wo sie seither den genussfreudigen Gästen mit insgesamt 10 Zimmern und Suiten die Möglichkeit zur Übernachtung bieten, quasi das Fundament für ein Lebenswerk gelegt.

Und das dieses Lebenswerk die Generationen überdauern wird, ist spätestens 2015 klar, als Tochter Désirée und Schwiegersohn Christian Binder, nach gemeinsamen Wanderjahren in Shanghai, London und bei Nils Henkel auf Schloss Lehrbach, in den elterlichen Betrieb einsteigen; Christian als Küchenchef und Désireé als Sommelière.

Aufgrund von Corona steht bei meinem Besuch lediglich ein, anstatt wie sonst zwei Menüs zur Auswahl. Aber mehr braucht es aus meiner Sicht gar nicht, denn das  Angebot umfasst, neben den Appetizern und dem Amuse, sechs Gänge, unter denen ein jedes Leckermäulchen fündig und glücklich wird.

Ich entscheide mich für eine fünfgängige Variante des Menüs und muss sagen, dass dieses zu den Besten gehört, welches ich auf meiner diesjährigen Tour genießen durfte. Vor allem die Gänseleber mit Olive und Madeira, der bretonische Hummer mit Kohlrabi, Kerbel und Quinoa, sowie der Steinbutt mit Remagener Spargel,  Räucheraalvelouté und Erbsen waren herausragend.

Inspiration

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